{"id":60,"date":"2026-01-04T17:07:10","date_gmt":"2026-01-04T16:07:10","guid":{"rendered":"https:\/\/sg-offenburg.de\/?page_id=60"},"modified":"2026-01-04T17:07:10","modified_gmt":"2026-01-04T16:07:10","slug":"geschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/sg-offenburg.de\/?page_id=60","title":{"rendered":"Geschichte"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Aus der Fr\u00fchgeschichte der Offenburger Sch\u00fctzengesellschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gr\u00fcndung der Sch\u00fctzengilde, \u2013 so hie\u00df sie in fr\u00fcheren Jahrhunderten \u2013 f\u00e4llt in die Zeit zwischen 1400 und 1450. Damals hatte die Reichsstadt Offenburg in ihrer Entwicklung einen gewissen H\u00f6hepunkt erreicht. Der Schw\u00f6rbrief vom Jahre 1384 zeigt, dass die B\u00fcrgerschaft zu innerer Ruhe und Einigkeit gelangt war. Die neuen Z\u00fcnfte gaben nun dem \u00f6ffentlichen Leben das Gepr\u00e4ge, so dass sich auch die Geschlechter zur sogenannten Konstofflerzunft zusammenschlossen. Der \u201eAlte Rat\u201d der Geschlechter und der \u201eJunge Rat\u201d der Z\u00fcnfte teilten sich nun die \u00f6ffentlichen Aufgaben. Die innere Festigkeit und der Wohlstand der Bev\u00f6lkerung offenbarten sich in gro\u00dfen Leistungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>In der B\u00fcrgerschaft herrschte aber auch ein Wehrgeist.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus diesem Willen ist die Sch\u00fctzengilde entstanden. Im Jahre 1451 bestand sie schon. Denn am \u201eMentag nehst nach sant Sebastianstag, da man zalte von gotts gepurte tusend vierehundert und den funffzigsten und eim jare\u201d erschienen vor Schulthei\u00df, Meister und Rat der Stadt Offenburg die \u201eerbarn Hans Hartung der Schnyder, zu disen ziten erwelt zue Sch\u00fctzenmeister, Claus Hefely, Claus Seuer, J\u00f6rg Humbrecht und Peter, ein Armbroster, vier pflegere, so zue dem genannten Hans Hartung dem meister erwelt sind, von iren und anderer irer mitgesellen der sch\u00fctzen wegen\u201d. Sie wollten \u201egott und dem lieben heiligen Sant Sebastian zue lob und eren\u201d eine Bruderschaft und Ordnung halten, damit sie \u201edeste fridsamer bliben und bestehn m\u00f6htent\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Sch\u00fctzen gr\u00fcndeten die Bruderschaft, \u201eouch deshalp, das sy ein uffgang gewinnen und der stette Offenburg, ob und wann des ein not geschehe, desto ba\u00df ger\u00fcstet, zue dienste gewertig und bereit sin m\u00f6htent\u201d, d. h. sie wollten ein Fortkommen haben, wachsen, im Leben der Stadt eine Bedeutung besitzen und in jeder Not f\u00fcr die Verteidigung der Stadt ger\u00fcstet und dienstbereit sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Sch\u00fctzenfest im Jahre 1483<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Sch\u00fctzenfeste waren f\u00fcr das Leben der St\u00e4dte von gr\u00f6\u00dfter Bedeutung. Die Sch\u00fctzen nahmen gern Einladungen fremder Sch\u00fctzengesellschaften an und luden diese zum Besuch ein. Ein gl\u00fcckliches Geschick hat uns eine Urkunde, eine gedruckte Einladung, \u00fcberliefert, die von dem gro\u00dfen Offenburger Sch\u00fctzenfest im Jahre 1483 berichtet. Zu Fastnacht 1483 war in Offenburg das gro\u00dfe Turnier der Ritterschaft gewesen, zu dem hohe Herren und Damen, Ross und Reisige gekommen waren. Im Herbst desselben Jahres hatten die B\u00fcrger ihr gro\u00dfes Fest.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Einladung dazu erging an die St\u00e4dte aus nah und fern. So wurde z. B. eine \u201eDrucksache\u201d an den \u201eehrsamen, weisen B\u00fcrgermeister der Stadt N\u00f6rdlingen\u201d gerichtet, und darin die \u201egemeinen Schie\u00dfgesellen, Armbrost- und B\u00fcchsen-sch\u00fctzen\u201d eingeladen. Das Schie\u00dfen fand am Tag des Jahrmarktes, Montag nach Michaeli (29. September) statt. Mit der Armbrust wurden 40 Sch\u00fcsse in einen Kreis abgegeben. Die Entfernung betrug 115, bei den B\u00fcchsensch\u00fctzen 250 Schritte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wie die Offenburger Sch\u00fctzengesellschaft um ihre Existenz k\u00e4mpfte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anno 1849 mussten die Mitglieder der Offenburger Sch\u00fctzengesellschaft ihre Waffen aus Sicherheitsgr\u00fcnden an die preu\u00dfischen Besatzungstruppen abliefern. Alle Eingaben blieben erfolglos. Als im Juli 1854 der Prinzregent Friedrich \u2013 der sp\u00e4tere Gro\u00dfherzog von Baden \u2013 auf einer Reise in Offenburg Aufenthalt machte, bat der Vorstand um eine Audienz. Als man jedoch nicht vorgelassen wurde, sandte der damalige Obersch\u00fctzenmeister kurz entschlossen ein Schreiben an die k\u00f6nigliche Hoheit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Ministerium des Innern erteilte unter dem 29. Juli die Antwort: \u201edass w\u00e4hrend der Fortdauer der allgemeinen Landesentwaffnung nicht zugegeben werden k\u00f6nne, dass in Offenburg wieder eine Sch\u00fctzengesellschaft ins Leben trete, weshalb dem gestellten Gesuch nicht stattgegeben werden k\u00f6nne\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daraufhin holte der damalige B\u00fcrgermeister Wiedemer ein Rechtsgutachten des Anwalts von Feder ein, um das Grundst\u00fcck der Gesellschaft zur Nutzniesung der Stadtgemeinde an sich zu ziehen. In einer Gemeinderatssitzung wurde dem Advokaten die Vollmacht erteilt, die Interessen der Stadt gegen die Sch\u00fctzen-gesellschaft zu vertreten. Die Klageschrift vom 14. Juli 1856 gegen die Sch\u00fctzen-gilde f\u00fchrt aus, dass die Nutzniesung der sogenannten Sch\u00fctzenwiese der Gesellschaft vertraglich nur f\u00fcr die Dauer ihres Bestehens \u00fcberlassen sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Einmarsch der Preu\u00dfen aber und nach Erkl\u00e4rung des Kriegszustandes sei, wie viele andere Vereine, auch die Sch\u00fctzengesellschaft aufgel\u00f6st worden. Die jetzigen Beklagten h\u00e4tten zwar als fr\u00fchere Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Sch\u00fctzengilde wiederholt versucht, die Staatsgenehmigung zum Wiederzusammentritt der Ge-sellschaft zu erhalten, doch habe das Gro\u00dfherzogliche Ministerium des Innern denselben noch im Jahre 1854 w\u00f6rtlich er\u00f6ffnet, \u201edass w\u00e4hrend der Dauer der allgemeinen Landesentwaffnung man nicht zugeben k\u00f6nne, dass in Offenburg wieder eine Sch\u00fctzengesellschaft ins Leben trete\u201d. Deshalb existiere der Verein nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDass die Existenz noch fortdauert, und die Gesellschaft weder im Jahre 1849 noch sp\u00e4ter aufgel\u00f6st wurde, ergibt sich im Gegenteil aus den Tatsachen, dass alle \u00f6ffentlichen Beh\u00f6rden noch immer mit ihr bis daher communicierten und sie als fortbestehend behandelten; dass die Gesellschaft selber sich stetsfort als existent betrachtete, ihr Verm\u00f6gen, welches sie bei einer Aufl\u00f6sung unter die Mitglieder h\u00e4tte verteilen m\u00fcssen, bis jetzt fortverwaltete, in jedem Jahr seit 1849 sich mehrf\u00e4ltig zur Erreichung der Gesellschaftszwecke versammelte, jedes Jahr nach Vorschrift der Statuten den Vorstand w\u00e4hlte; dass der Beklagte Behrle, welches als viertes Vorstandsmitglied Verwalter und Zahlmeister der Gesellschaft ist, alle zwei Jahre Rechnung stellte; dass die Gesellschaft seitdem auch Prozesse und Vertr\u00e4ge mit Dritten abschloss, wobei sogar der jetzige B\u00fcrgermeister hiesiger Stadt, welcher selbst Gesellschaftsmitglied ist, mitwirkte, und dass die Gesellschaft in hiesigen \u00f6ffentlichen Lokalbl\u00e4ttern Zeichen ihrer fortdauernden Existenz von sich gab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 11. August 1856 richtete die Stadtgemeinde ein langatmiges Schreiben an das Ministerium des Innern des Inhalts: \u201eEs wolle uns hochgeneigtest \u00fcber den in vorstehender Eingabe angef\u00fchrten Sachverhalt (\u00fcber die definitive Aufl\u00f6sung des Vereins, und zwar ohne Angabe der Jahreszahl 1849! Anmerkung des Verfassers) die geeignete Erl\u00e4uterung, insbesondere auch dar\u00fcber erteilt werden, ob die hiesige Sch\u00fctzengesellschaft noch als bestehend zu betrachten sey\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Eingabe wurde dem Oberamt Offenburg zur Berichterstattung \u00fcbersandt. Es berichtete folgendes: Nach den vorliegenden Akten sei eine direkte Aufl\u00f6sung nicht erfolgt, doch sei die Gesellschaft 1849 entwaffnet, eine Versammlung derselben und der Gebrauch des Sch\u00fctzenhauses verboten worden, so dass \u201edarin wohl eine faktische Aufl\u00f6sung der Gesellschaft lag\u201d. Am 2. September f\u00e4llte dann das Ministerium des Innern den salomonischen Spruch, dass die Gesellschaft am 29. Juli 1854 (durch den sattsam bekannten Erlass!) aufgel\u00f6st wurde und zur Zeit als bestehend nicht anerkannt werden k\u00f6nne.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gegen diesen Erlass legte Advokat B\u00fchler Rekursbeschwerde ein mit dem Erfolg, dass sich das Ministerium des Innern zun\u00e4chst die Namen der Sch\u00fctzen vorlegen lie\u00df, um dann zu verf\u00fcgen, \u201edass in Offenburg eine Sch\u00fctzengesellschaft bestehend aus den . . . angef\u00fchrten Mitgliedern ins Leben treten k\u00f6nne\u201d. (7. November).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Inzwischen war am 5. September 1856 bereits die Entscheidung gefallen. Obwohl die Antwort des Ministeriums des Innern noch ausstand, beantragte Advokat von Feder keine Terminverlegung. Die Klage der Stadtgemeinde Offenburg wurde kostenpflichtig abgewiesen mit der Begr\u00fcndung, dass der Kl\u00e4ger den Nachweis f\u00fcr die Aufl\u00f6sung des Vereins im Jahre 1849 nicht erbracht habe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denselben negativen Erfolg hatte die Stadt mit dem Prozess in 2. und 3. Instanz (Bruchsal, 23. Dezember 1856, und Mannheim 10. Juni 1857).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Offenburger Sch\u00fctzengesellschaft feierte ein z\u00fcnftiges Fest ob ihrer offiziellen Wiedererstehung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Aus der Geschichte der Offenburger Sch\u00fctzengesellschaft nach der Reaktion<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Sch\u00fctzengesellschaft war aus der Zeit der Reaktion neu gest\u00e4rkt hervorgegangen. Die Sch\u00fctzengesellschaft bekam ihre Waffen wieder und wurde vom Ministerium des Innern neu best\u00e4tigt. Kein B\u00fcrger Offenburgs glaubte mehr an ein Eingehen des Vereins. Sein inneres und \u00e4u\u00dferes Leben war gesund. Aus diesem Grunde flie\u00dfen die geschichtlichen Quellen aus dem Vereinsleben dieser Zeit sp\u00e4rlich. Die Geschehnisse sind rasch erz\u00e4hlt: 1860 kam ein Tausch der \u201eSch\u00fctzenwiese\u201d zwischen der Stadt und den Sch\u00fctzen zustande. 1862 schlug der Verein einen zweiten Tausch vor, demzufolge die Sch\u00fctzenwiese etwas verl\u00e4ngert werden sollte. Der Gemeinderat wurde ersucht, der Sch\u00fctzengesellschaft f\u00fcr die Dauer ihres Bestandes zus\u00e4tzlich eine Wiesenparzelle in Pacht zu geben. Der Vorschlag wurde gutgehei\u00dfen: die Stadt erhielt 46 fl 40 kr. als Pacht, die Sch\u00fctzen konnten ihre \u201eFeldscheiben\u201d aufstellen. Damit hatte die Sch\u00fctzengesellschaft drei Scheiben: Standscheibe (150 m vom Schie\u00dfraum entfernt), Jagdscheibe (340 m) und Feldscheibe (300 m). Diese Vergr\u00f6\u00dferung war der Auftakt zum Sch\u00fctzenfest im September 1862; es wurde am 7., 8., 9. und 10. September durchgef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Folge dieses gro\u00dfen Sch\u00fctzenfestes wurden die Statuten abge\u00e4ndert. Dieser Aufgabe unterzog sich eine hierf\u00fcr gebildete Kommission. Im M\u00e4rz 1863 ersuchte der Vorstand das Oberamt um Genehmigung der Ver\u00e4nderung. Im wesentlichen blieben die Satzungen von 1825 bestehen, nur wurden die einzelnen Paragraphen den \u201eZeit- und Kulturverh\u00e4ltnissen\u201d angepasst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Herbst 1882 erscheint die erste Klage \u00fcber das Schie\u00dfen auf der Sch\u00fctzen-wiese. Rat Geiger machte als Wiesenbesitzer die Anzeige, er sei angesichts der anhaltenden Regenf\u00e4lle gezwungen, auf den Matten am Sonntag arbeiten zu lassen; diese Matten w\u00fcrden aber durch die Kugeln der Sch\u00fctzen bestrichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei dieser Gelegenheit wird festgestellt, dass keine polizeilichen Vorschriften f\u00fcr das Schie\u00dfen vorhanden sind. Inzwischen kommen noch einige andere Beschwer-den hinzu. Nach einem Monat (6. September) ist es bereits soweit, dass sich das B\u00fcrgermeisteramt \u201enamens der Stadtgemeinde und der Wiesenbesitzer\u201d beim Be-zirksamt beschwert. Dem vorgeladenen Vorstand, Architekt Steinwarz, wird er\u00f6ffnet, dass bei k\u00fcnftigen Schie\u00dfen die Erlaubnis des Bezirksamtes einzuholen sei. F\u00fcr die Folgezeit wurde dann das Schie\u00dfen unter folgenden Bedingungen erlaubt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Dasselbe darf an den Sonntagen erst nach Beendigung des vormitt\u00e4glichen Gottesdienstes beginnen. 2. An beiden Enden des rechtsseitigen Kinzigufer-dammweges sowie \u00fcberhaupt an allen in den Schie\u00dfrayon fallenden Wegen und Fu\u00dfpfaden sind geeignete Warntafeln aufzustellen. 3. Bei einbrechender Dunkelheit ist das Schie\u00dfen einzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit erschien dem Sicherheitsbed\u00fcrfnis der spazierengehenden B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger Offenburgs einstweilen Gen\u00fcge getan. Zehn Jahre sp\u00e4ter aber wurde diese Frage anl\u00e4sslich eines Baugesuches der Sch\u00fctzengesellschaft wieder aufgeworfen. Gegenstand der Sorge war der sogenannte Hasenstand, eine mechanische Scheibe, einen Hasen darstellend, der von einem Ende zum andern springt und in der Mitte der Bahn unsichtbar ist. Der Stand befindet sich 25 m vor dem Sch\u00fctzenhaus. Aus den \u00fcblichen Flinten wird mit Schrot auf einen springenden Hasen geschossen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gendarmerie erhielt nunmehr den Auftrag, Erhebungen dar\u00fcber anzustellen, \u201eob die Einrichtung der Schie\u00dfst\u00e4nde und der Kugelst\u00e4nde derart sind, dass bei Einhaltung obiger Sicherheitsma\u00dfregeln eine Gef\u00e4hrdung des Publikums als v\u00f6llig ausgeschlossen zu erachten sei\u201d. Seitens der Polizei wurden die Schie\u00dfst\u00e4nde und Kugelst\u00e4nde f\u00fcr in Ordnung befindlich erachtet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Anlage der Eisenbahnlinie Offenburg \u2013 Freiburg hatte seinerzeit eine Verlegung der alten Sch\u00fctzenwiese auf die neue zur Folge. Auf dieser wurde 1884 das Sch\u00fctzenhaus errichtet, mit dem sich die Sch\u00fctzengesellschaft bis 1905 be-gn\u00fcgte. In diesem Jahre ging man daran, einen Neubau zu errichten. Am 8. April legte der Obersch\u00fctzenmeister Theodor Reck der Oberbaukommission die Pl\u00e4ne des Architekten G. Steinwarz zur Genehmigung vor. Am 5. Mai 1908 erschienen der Obersch\u00fctzenmeister Theodor Reck und der Sch\u00fctzenmeister Emil Adrion auf dem Bezirksamt und gaben noch zu Protokoll: \u201eBez\u00fcglich der Errichtung des Schie\u00dfstandes sehen wir ein, dass die Sicherheitsma\u00dfregeln nicht mehr der Neuzeit entsprechen und werden Pl\u00e4ne \u00fcber die Errichtung des Standes durch Vermitt-lung des B\u00fcrgermeisteramtes dem Bezirksamt vorlegen. Der Stand wird so angelegt werden, dass eine Absperrung des Kinzigdammes und anderer \u00f6ffentlichen Wege nicht mehr n\u00f6tig wird\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Plan sah f\u00fcr den Neubau des Sch\u00fctzenhauses stattliche Ma\u00dfe vor: 18,80 x 10,10 m mit gro\u00dfem Versammlungs- und Wirtschaftsraum mit Bufett. Zur Ausf\u00fchrung kam der vorgesehene Plan jedoch nicht, was auf das Gutachten Professor M\u00fcllers zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlie\u00dflich wurde dann 1910 der Baukommission der Plan eines in bescheidenem Rahmen gehaltenen Sch\u00fctzenhauses vorgelegt, das nur eine Schie\u00dfhalle und keine Wirtschaftsr\u00e4umlichkeiten vorsah. Die Anlage der Scheiben und Blenden blieb unver\u00e4ndert. Die Ma\u00dfe sind dieses Mal wesentlich einfacher: 12,8 Meter lang, 5 Meter breit und 6 Meter hoch. Das Programm wurde unter den gleichen Bedingungen wie die beiden fr\u00fcheren genehmigt und auch ausgef\u00fchrt. 1925 wurde das Sch\u00fctzenhaus in der gleichen Tiefe und fast in der gleichen L\u00e4nge nach Westen hin erweitert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anl\u00e4sslich der Baukontrolle am 20. Mai 1910 ergab sich, dass nicht alle Bedingungen genau ausgef\u00fchrt wurden. Das Bezirksamt lie\u00df den Platz daraufhin scharf bewachen. Im Mai 1911 wurde die ganze Anlage von Prof. M\u00fcller, Karlsruhe, und Baukontrolleur Witz besichtigt und noch einige \u00c4nderungen angeordnet. Nach deren Ausf\u00fchrung wurde dann die polizeiliche Erlaubnis zum Schie\u00dfen gegeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend des 1. Weltkrieges gerieten die Blenden infolge eines gro\u00dfen Sturmes in Verfall. Wieder wurde mittels roter Fahnen abgesperrt. Die Schie\u00dfscharten aber wurden durch starke Fl\u00f6cklinge verkleidet, so dass der Sch\u00fctze durch die verkleinerte Schuss\u00f6ffnung nur noch auf die Zielmauer schie\u00dfen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahre 1920 ersucht die Turngemeinde Offenburg den Stadtrat um Zuweisung eines Sportplatzes, der ihrer Mitgliederzahl entspreche. Am 19. Februar 1920 wird seitens einer hierf\u00fcr gebildeten Kommission der Sch\u00fctzengesellschaft vorgeschlagen, k\u00fcnftig einen der Schie\u00dfst\u00e4nde des fr\u00fcheren Regiments 170 zu ben\u00fctzen. Herr V\u00f6lker, der Vorstand der Sch\u00fctzengesellschaft, erkl\u00e4rte sich bereit, diesen Vorschlag im Sch\u00fctzenverein zur Diskussion zu stellen. Unter F\u00fchrung des Stra\u00dfenmeisters Lettler besichtigen einige Sch\u00fctzen die Schie\u00dfst\u00e4nde im Rammersweierer Wald und kamen dabei zu einem ablehnenden Ergebnis. Mit Schreiben vom 27. M\u00e4rz 1920 wurde dieser Standpunkt der Stadtgemeinde Offenburg mitgeteilt. Bei der gemeinsamen Besichtigung der Schie\u00dfst\u00e4nde hat sich ergeben, dass die Instandsetzung derselben f\u00fcr die Zwecke der Sch\u00fctzen neben der Errichtung eines Schie\u00dfhauses dem Verein zu gro\u00dfe Kosten verursachen w\u00fcrde. Au\u00dferdem bestehe die Gefahr, dass die gro\u00dfe Entfernung der Schie\u00dfst\u00e4nde den regelm\u00e4\u00dfigen Besuch stark beeintr\u00e4chtigen d\u00fcrfte. Somit blieb alles beim Alten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Sonntag, den 4. Februar 1923 hatten die Franzosen Offenburg besetzt. Jeder Schie\u00dfbetrieb war von da an verboten, die Gewehre mussten abgeliefert werden. Das geschah, soweit sie nicht in das unbesetzte Gebiet in Sicherheit gebracht wurden. Am 19. August 1924 zogen die Franzosen aus Offenburg wieder ab. Bereits am 20. September 1924 ging den Sch\u00fctzen folgende Einladung zu: Liebwerte Sch\u00fctzenbr\u00fcder! Infolge R\u00e4umung unserer Stadt durch die Franzosen hat die Sch\u00fctzengesellschaft beschlossen, anl\u00e4sslich der Ortenauer Herbstmesse am 18., 19. und 20. Oktober 1924 ein dreit\u00e4giges Befreiungsschie\u00dfen in gr\u00f6\u00dferem Rahmen abzuhalten. Neben einer silbernen Denkm\u00fcnze kommen zahlreiche Ehrengaben und Geldpreise f\u00fcr die besten Resultate zur Verteilung. N\u00e4heres Festprogramm folgt ehestens. Wir bitten deshalb unsere Sch\u00fctzenbr\u00fcder, uns anl\u00e4sslich dieses Festes tatkr\u00e4ftig zu unterst\u00fctzen. Darum auf am 18., 19. und 20. Oktober 1924 nach dem befreiten Offenburg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schon lange Zeit vor dem Fest war das Knallen der B\u00fcchsen auf der Festwiese zu h\u00f6ren. An den drei Festtagen selbst wollte das Geknattere kein Ende mehr nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach weiteren schie\u00dfsportlichen Veranstaltungen und einem Ausbau des Schie\u00dfstandes n\u00e4herte sich langsam das \u201eTausendj\u00e4hrige Reich\u201d. Dass mit seinem Anbruch auch die jahrhundertealte Sch\u00fctzengesellschaft in den allgemeinen Sog hineingerissen wurde, ist begreiflich. Da wurde nun wie all\u00fcberall \u201egleichgeschaltet\u201d, das innere und \u00e4u\u00dfere Vereinsleben auf das \u201eF\u00fchrerprinzip\u201d abgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter einer hektischen Betriebsamkeit erstickten langsam, aber sicher das vordem so bl\u00fchende Leben der Sch\u00fctzengesellschaft und der alte Geist kameradschaftlicher Zusammengeh\u00f6rigkeit. An Stelle eigenen Entschlusses und freiwillig \u00fcbernommener Pflichten trat das Kommando von oben. Da berichtete z. B. der Obersch\u00fctzenmeister in der Generalversammlung vom 4. Mai 1937 in einem kaum zu \u00fcberh\u00f6renden resignierenden Ton:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eZu Beginn des Jahres 1935 fand ein WHW-Schie\u00dfen statt, und zwar am<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">24. M\u00e4rz, das einen Reinerl\u00f6s von RM 13,50 brachte\u201d. Weiter: \u201eDrau\u00dfen im Sch\u00fctzenhaus war der Schie\u00dfbetrieb in den letzten Jahren leider immer noch ein sehr geringer und bedarf es der Anstrengung s\u00e4mtlicher Mitglieder, durch Heranziehung von G\u00e4sten und durch eigenes \u00f6fteres Erscheinen dem Schie\u00dfbetrieb wieder neues Aufleben zu geben, zumal wir jetzt einen Kleinkaliberstand besitzen, der von beh\u00f6rdlicher Seite als vorbildlich anerkannt wurde\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Generalversammlung vom 16. Mai 1935 war der Beschluss gefasst worden, in Zusammenarbeit mit der Deutschen J\u00e4gerschaft Jagd- und Kleinkaliberst\u00e4nde zu bauen. Man kam \u00fcberein, dass die J\u00e4gerschaft auf ihre Kosten einen 100 Meter Jagd- und Wildstand errichten und als Blende den 175 Meter-Stand verl\u00e4ngern sollte, w\u00e4hrend die Sch\u00fctzengesellschaft einen Kleinkaliber- mit Keilerstand auf 50 Meter zu bauen sich verpflichtete.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Vereinsakten enthalten f\u00fcr die folgenden Kriegsjahre nur noch zwei kurze Notizen: Auf Donnerstag, den 4. Juli 1940, berief der Obersch\u00fctzenmeister die Vereinsmitglieder zu einer ordentlichen Generalversammlung f\u00fcr die Jahre 1937, 1938 und 1939 in das Vereinslokal, Hotel \u201eDrei K\u00f6nige\u201d, ein. Auf der Tagesordnung stand u. a. die \u201eAnnahme der Einheitssatzung\u201d! Ausklingt das monotone Lied nationalsozialistisch gef\u00e4rbter Vereinsf\u00fchrung mit der letzten Generalversammlung vor dem allgemeinen Zusammenbruch des \u201eDritten Reiches\u201d im Jahre 1945. Auf Sonntag, den 20. Juni 1943, vormittags 10 Uhr, wurden die nicht zum Kriegsdienst eingezogenen Sch\u00fctzenbr\u00fcder zur Generalversammlung f\u00fcr die Jahre 1940, 1941 und 1942 h\u00f6flichst in das Sch\u00fctzenhaus eingeladen. \u201eWir bitten um zahlreiches Erscheinen\u201d, vermerkt der Obersch\u00fctzenmeister am Ende seiner Epistel. Damit schlie\u00dft sich der Vorhang.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Schicksal der \u201eOffenburger Sch\u00fctzengesellschaft\u201d aber ist das getreue Abbild der allgemeinen Katastrophe auf kleiner Ebene. Drau\u00dfen im Sch\u00fctzenhaus ist gegen Ende des zweiten Weltkrieges durch Bombeneinschlag in der N\u00e4he und<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jabo-Beschuss gro\u00dfer Schaden entstanden. Die Einrichtungsgegenst\u00e4nde wurden demoliert, \u201eentf\u00fchrt\u201d, die Eisenteile zum Altmaterialh\u00e4ndler gebracht und dort \u201eversilbert\u201d, Holzteile, angefangen von den Dachsparren bis zum letzten Stuhlbein, dienen als Brennmaterial. Selbst die Backsteine der Hausw\u00e4nde werden \u201eabgebaut\u201d und weitertransportiert, zu diesem und jenem pers\u00f6nlichen Zweck, so dass am Ende buchst\u00e4blich nur noch die Grundmauern des Hauses stehen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So das Ende des Sch\u00fctzenhauses! Dem entsprach im Ablauf und Endergebnis das innere Leben der Sch\u00fctzengesellschaft. Vae victis! Auf Grund des sog. Kontrollratsgesetzes werden sofort s\u00e4mtliche Verbindungen und Vereine in Deutschland f\u00fcr aufgel\u00f6st erkl\u00e4rt, darunter in erster Linie die Sch\u00fctzenvereine. Das Verm\u00f6gen wurde beschlagnahmt, Waffen und Ger\u00e4te weggenommen, das Sch\u00fctzengel\u00e4nde kurzerhand enteignet. S\u00e4mtliche eingetragenen Mitglieder der Sch\u00fctzengesellschaft Offenburg e.V. wurden durch den damals amtierenden B\u00fcrgermeister Ernst von diesen Ma\u00dfnahmen der Besatzungsmacht in Kenntnis gesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Idee jedoch und die Liebe zur Sache lebten in den Herzen einiger weniger Getreuer unentwegt und unzerst\u00f6rbar weiter. Hier ist vor allen Dingen eines Mannes zu gedenken, der \u00fcber alle \u00e4u\u00dferen Widerst\u00e4nde und Hemmnisse hinweg unbeirrbar zur Sache stand: Oskar Schmidt, ein treuer Sch\u00fctze und vortrefflicher J\u00e4ger von altem Schrot und Korn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahre 1952 wurden laut Kontrollratsgesetz im Rheinland die ersten Sch\u00fctzengilden wieder zugelassen. Im franz\u00f6sischen Sektor wurde diese Erlaubnis offiziell erst 1953 erteilt, so dass sich die ersten Sch\u00fctzenvereine hier erst zu diesem Zeitpunkt konstituieren konnten. Die Offenburger Sch\u00fctzen aber hatten sich bereits am 23. September 1952 im Gasthaus \u201eSchwanen\u201d zum ersten Male nach Kriegsende wieder zusammengefunden. Einberufen wurde die Versammlung von Sch\u00fctzenbruder Oskar Schmidt. Seinem Ruf waren 8 ehemalige Mitglieder der Sch\u00fctzengesellschaft gefolgt. Durch die dabei get\u00e4tigten Unterschriften erlangte der Verein seine alte Rechtskraft wieder. In der vorgenommenen Neuwahl wurden folgende Sch\u00fctzenbr\u00fcder in den Vorstand gew\u00e4hlt: Obersch\u00fctzenmeister Oskar Schmidt, 1. Sch\u00fctzenmeister Rudolf Zibold sen., 2. Sch\u00fctzenmeister Hans Hoyer, Schriftf\u00fchrer Karl Gehring, Kassierer Albert Spinner, 1. Beigeordneter Oskar Clauss, 2. Beigeordneter Hermann Asal.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Au\u00dferdem wurde der einstimmige Beschluss gefasst, der Obersch\u00fctzenmeister m\u00f6ge bei der Stadtverwaltung immer wieder vorstellig werden, mit dem Hinweis darauf, dass durch das Kontrollratsgesetz der Verein und die Rechte des Vereins nach deutschem Gesetz nicht aufgel\u00f6st sind, somit das Sch\u00fctzengel\u00e4nde mit den darauf befindlichen Schie\u00dfanlagen nach wie vor in die Obhut der Sch\u00fctzengesellschaft geh\u00f6re.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit Rundschreiben vom 15. Oktober 1953 wurden die alten Sch\u00fctzenbr\u00fcder zum Wiedereintritt in den Verein aufgefordert. \u201eNach Eintragung in das Vereins-<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">register und durch Neuanmeldungen von jungen Mitgliedern hoffen wir den Verein nach alter Tradition weiterf\u00fchren zu k\u00f6nnen\u201d. Am 13. Juli 1954 fand dann im Nebenzimmer von Hotel \u201eUnion\u201d die erste Generalversammlung der Sch\u00fctzengesellschaft Offenburg e.V. nach 1945 statt. OSM Oskar Schmidt gab einen knappen \u00dcberblick \u00fcber die Geschicke des Vereins in den Nachkriegsjahren und lie\u00df den Beschluss fassen, schriftliche Beschwerde bei der Stadtverwaltung einzureichen und zu betonen, dass sich die Sch\u00fctzengesellschaft ihre altverbrieften Rechte auf die Sch\u00fctzenwiese nicht streitig machen lasse, und dass der \u00e4lteste Verein der Stadt wohl eine faire Haltung seitens der Stadtverwaltung erwarten d\u00fcrfe. Sch\u00fctzenbruder Dr. Franz Burda versprach dem altehrw\u00fcrdigen Verein seine ganze Unterst\u00fctzungsbereitschaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eGehen wir mit frischem Geist fr\u00f6hlich ans Werk, dann wird es wohl gelingen\u201d! Und sollte das nicht mehr auf den alten Sch\u00fctzenwiesen m\u00f6glich sein, dann werde er sich eben f\u00fcr ein neues Gel\u00e4nde einsetzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und nun zum Schicksal der Sch\u00fctzenwiese! In den Nachkriegsjahren lag zun\u00e4chst jegliche sportliche T\u00e4tigkeit v\u00f6llig darnieder. Das f\u00fchrte mit der Zeit in Hinsicht auf die k\u00f6rperliche Ert\u00fcchtigung der deutschen Jugend und der Erhaltung der Volksgesundheit zu v\u00f6llig unhaltbaren Zust\u00e4nden. Oberb\u00fcrgermeister Karl Heitz zeigte f\u00fcr all diese Fragen und Probleme ein aufgeschlossenes Herz und den entschlossenen Willen unter allen Umst\u00e4nden hier zu helfen und durch die Schaffung und Bereitstellung der n\u00f6tigen Sportpl\u00e4tze die Voraussetzungen zu einer gedeihlichen Pflege der Leibes\u00fcbungen zu bilden. Das erforderliche Gel\u00e4nde aber war angesichts der Notwendigkeit, Baupl\u00e4tze f\u00fcr Wohnungen zu schaffen, sehr knapp geworden. Dieser unabdingbaren Notwendigkeit musste nun die alte, liebe Sch\u00fctzenwiese zum Opfer fallen! Gewiss, ein schweres Opfer f\u00fcr die Sch\u00fctzengesellschaft Offenburg, die unter vielen M\u00fchen, Sorgen und Kosten sich im Laufe der letzten Jahrzehnte musterg\u00fcltige Schie\u00dfanlagen geschaffen hatte!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg! Und so einigte man sich g\u00fctlich. Die Stadtverwaltung Offenburg stellte der Sch\u00fctzengesellschaft ein Gel\u00e4nde auf den \u201eSchlangenmatten\u201d zur Bebauung zur Verf\u00fcgung. In der Verwaltungsratssitzung vom 3. Juni 1955 wurde die Vergebung der Arbeiten zur Errichtung eines neuen Schie\u00dfstandes auf den \u201eSchlangenmatten\u201d beschlossen. Architekt Sch\u00fctzenbruder Schw\u00e4gler hatte die Ausarbeitung des neuen Planes \u00fcbernommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Baukosten sollten sich nach vorl\u00e4ufiger Sch\u00e4tzung auf DM 50.000,\u2013 belaufen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 25. August 1955 wurde das Richtfest des Schie\u00dfstandes nachmittags 16.30 Uhr auf dem Sch\u00fctzengel\u00e4nde gefeiert. Obersch\u00fctzenmeister Oskar Schmidt dankte<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">den Beteiligten f\u00fcr den raschen Fortschritt des Werkes und dessen gutes Gelingen. Beim obligatorischen Freibier und \u201eVesper\u201d floss die Rede munter fort, und Sch\u00fctzenbruder Dr. Franz Burda w\u00fcnschte der Sch\u00fctzengesellschaft f\u00fcr die Zukunft vollen Erfolg nach altbew\u00e4hrter Tradition.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und nun ging es mit vollen Segeln hinein in den eigentlichen Schie\u00dfbetrieb. Bereits am 17. September 1955 erging an die Mitglieder der Sch\u00fctzengesellschaft die Einladung zum Einweihungsschie\u00dfen am Samstag und Sonntag, dem 8. und 9. Oktober 1955, im Rahmen der \u201eOrtenauer Herbstmesse\u201d. Da hie\u00df es u.a.: \u201eNach mehr als zehnj\u00e4hriger Zwangspause und dem schmerzlichen Verlust ihrer alten musterg\u00fcltigen Schie\u00dfanlage hat die Sch\u00fctzengesellschaft Offenburg jetzt endlich wieder Gelegenheit, den sch\u00f6nen Schie\u00dfsport auf einem eigenen Schie\u00dfplatz auszu\u00fcben. Wir m\u00f6chten das Einweihungsschie\u00dfen zu einem Tag des Wiedersehens und der Verbundenheit mit allen alten und neuen Sch\u00fctzenbr\u00fcdern und Sch\u00fctzenschwestern gestalten\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum Abschluss des Vereinsjahres wurde dann am Sonntag, dem 11. Dezember 1955, nach 18j\u00e4hriger Unterbrechung zum erstenmal wieder das Schluss- und K\u00f6nigsschie\u00dfen durchgef\u00fchrt, bei dem Sch\u00fctzenbruder Zibold jr. Sch\u00fctzenk\u00f6nig f\u00fcr das Jahr 1955\/56 wurde. Als Zeichen seiner W\u00fcrde wurde ihm die inzwischen wieder aufgefundene Sch\u00fctzenkette feierlich \u00fcberreicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch eine Tatsache muss erw\u00e4hnt werden: ohne die stete Unterst\u00fctzung der Sch\u00fctzengesellschaft durch den Sch\u00fctzenbruder Dr. Franz Burda in Wort und Tat w\u00e4re ihre rasche Wiedergeburt nach dem Kriege kaum m\u00f6glich gewesen. Deshalb bat Obersch\u00fctzenmeister Oskar Schmidt den Verwaltungsrat in einer Sitzung am 6. M\u00e4rz 1956, die Anerkennung der Verdienste Dr. Franz Burdas um den Verein durch die Ernennung zum Ehrenobersch\u00fctzenmeister auch \u00e4u\u00dferlich zum Ausdruck zu bringen. Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen. In der Generalversammlung am 22. M\u00e4rz \u00fcberreichte sodann der Obersch\u00fctzenmeister Sch\u00fctzenbruder Dr. Franz Burda die Ehrenurkunde seiner Ernennung zum Ehrenobersch\u00fctzenmeister der Sch\u00fctzengesellschaft Offenburg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Sch\u00fctzengesellschaft bis zum Jahre 1970<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Wiedergr\u00fcndung im Jahre 1952 hatte die Sch\u00fctzengesellschaft im Monat September 1956 einen ihrer gr\u00f6\u00dften H\u00f6hepunkte mit der 500-Jahr-Feier. Zu diesem Anlass stiftete M\u00fchlenbesitzer Rudolf Zibold sen. eine neue Vereinsfahne, die er dem damaligen Obersch\u00fctzenmeister Oskar Schmidt als Ersatz f\u00fcr die in den Kriegswirren verlorengegangene Traditionsfahne \u00fcberreichte. Das Fest selbst wurde zu einem echten Volksfest mit Umzug, Festzelt, Sch\u00fctzenball und Preisschie\u00dfen. Vertreter und Abgeordnete der Stadtverwaltung,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">des Landkreises und des S\u00fcdbadischen Sportsch\u00fctzenverbandes nahmen an den Feierlichkeiten am Samstag und Sonntag teil. Der Festabend wurde sogar vom S\u00fcdwestfunk aufgenommen und anl\u00e4sslich einer Reportage im Rundfunk gesendet. Alles in allem ein Sch\u00fctzenfest von Format.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab diesem Zeitpunkt zeigte die Sch\u00fctzengesellschaft eine stete Aufw\u00e4rtsentwicklung. Im Laufe der n\u00e4chsten Jahre wurden viele Freundschaftswettk\u00e4mpfe gegen Vereine aus der n\u00e4heren und auch weiteren Umgebung ausgetragen. Im Oktober 1961 fand das 2. S\u00fcdbadische Landesschie\u00dfen im Rahmen der Ortenauer Herbstmesse in Offenburg statt, dessen gastgebender Verein die Sch\u00fctzengesellschaft war. Aus den bis dahin verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig sorglosen Tagen wurden die Offenburger Sch\u00fctzen pl\u00f6tzlich durch Ger\u00fcchte aufgeschreckt, die besagten, dass rings um den Schie\u00dfstand ein neuer Stadtteil entstehen soll. Bei der Generalversamm-lung 1964 erfuhren denn auch die Mitglieder durch den 1. Sch\u00fctzenmeister Erwin Obrecht, dass die Stadt Offenburg an die SGO zwecks Verlegung des derzeitigen Standes herangetreten sei, da man auf dem Gewann \u201eObere Schlangenmatten\u201d die Stadt durch einen neuen Stadtteil erweitern wolle. Als Ersatz wurden der Sch\u00fctzengesellschaft drei verschiedene Pl\u00e4tze angeboten, wovon ein Platz im Stadtwald jenseits der Autobahn gutgehei\u00dfen wurde. Noch im Herbst 1964 begann zusammen mit dem Baub\u00fcro der Firma Burda die Planung f\u00fcr eine neue Schie\u00dfsportanlage, zugeschnitten auf den in Aussicht gestellten Platz im Stadtwald. Im Januar 1965 verhandelte Obersch\u00fctzenmeister Hausner bereits mit der Stadtverwaltung Offenburg \u00fcber eine Entsch\u00e4digung bzw. Ersatzleistungen f\u00fcr den vorhandenen Schie\u00dfstand, wobei das St\u00e4dt. Bauamt auf einen Wert von rd. DM 163.000,\u2013 gegen\u00fcber dem Voranschlag von DM&nbsp; &nbsp; 195.000,\u2013 f\u00fcr den neuen Stand. Den Fehlbetrag von DM 32.000,\u2013 hoffte man aus Toto-Lotto-Mitteln zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kaum waren die Planungsarbeiten soweit gediehen, als von der Stadt Offenburg ein abschl\u00e4giger Bescheid f\u00fcr den Platz im Stadtwald kam. Das bedeutete die sofortige Einstellung der Planungsarbeiten und die Suche nach einem anderen Gel\u00e4nde. Den Mitgliedern der SGO konnte denn auch bei der Generalversammlung 1966 mitgeteilt werden, dass sich eine endg\u00fcltige L\u00f6sung anzubahnen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">schien. Es war OSM Hausner gelungen, in Zusammenarbeit mit der Stadt Offenburg und der Gemeinde Rammersweier ein St\u00fcck Gel\u00e4nde auf der Rammersweierer Gemarkung ausfindig zu machen, das f\u00fcr die Erstellung eines Schie\u00dfstandes gute Voraussetzungen mit sich brachte. Die Zusagen f\u00fcr die \u00dcberlassung waren bereits m\u00fcndlich vorhanden, lediglich die ma\u00dfgebenden \u00c4mter mussten noch ihre Genehmigung dazu erteilen. Das war im Herbst 1966. Gleich zu Beginn des Jahres 1967 war die Sch\u00fctzengesellschaft Offenburg um eine Entt\u00e4uschung reicher. Die Erlaubnis \u00fcber die Errichtung eines Schie\u00dfstandes auf der Gemarkung<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rammersweier wurde vom dortigen Gemeinderat verweigert. Man war der Ansicht, dass die Stadtverwaltung Offenburg viel eher ein Gel\u00e4nde von ca. 2 Hektar entbehren k\u00f6nne als die Gemeinde Rammersweier, und dies trotz einer Gel\u00e4ndezuweisung an die Gemeinde durch die Stadt Offenburg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit war der Weg f\u00fcr eine erneute Suche nach Gel\u00e4nde und zu neuen Verhandlungen mit Verwaltungen, \u00c4mtern und anderen Institutionen wieder frei. Diesmal war es st\u00e4dtischer Grundbesitz, auf fremder Gemarkung, der die Hoffnung der SGO auf einen baldigen neuen Schie\u00dfstand aufleben lie\u00df. Es war ein Bergeinschnitt auf der Gemarkung Ortenberg, um den gefeilscht wurde. Nach erfolgversprechenden Verhandlungen begann man wieder einmal mit der Planung, um eine \u00dcbersicht \u00fcber die Erdbewegungen und Kosten zu bekommen. Die Vorarbeiten waren fast beendet, als die Gemeinde Ortenberg die Mitteilung machte, sie k\u00f6nne auf dem Gel\u00e4nde keinen Schie\u00dfstand dulden, weil just in dieser Umgebung ein Erholungszentrum geschaffen werden solle, dass mit dem Schie\u00dfl\u00e4rm nicht zu vereinbaren sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der mit dieser Ablehnung verbundene Gang auf Beh\u00f6rden, \u00c4mter und Verwaltungen wurde allm\u00e4hlich f\u00fcr den Obersch\u00fctzenmeister Hausner zur fast t\u00e4glichen Routine, die er sich im Laufe der Jahre 1964 bis 1968 aneignen konnte. Und es war schon fast Ironie, dass der n\u00e4chste Gel\u00e4ndevorschlag wiederum st\u00e4dtisches Eigentum auf fremder Gemarkung betraf, diesmal auf der Gemarkung Schutterwald. Ein weiterer Angrenzer war die Gemeinde Hofweier, weshalb die Gegend volkst\u00fcmlich das \u201eDreil\u00e4ndereck\u201d genannt wurde. Und siehe da, die Gemeinde Schutterwald hatte keine Einw\u00e4nde gegen einen Schie\u00dfstand auf ihrer Gemarkung, die angrenzende Gemeinde Hofweier hatte auch nichts dagegen und die Stadt Offenburg war ebenfalls daf\u00fcr. Die Besichtigung durch den&nbsp; &nbsp; Verwaltungsrat der Sch\u00fctzengesellschaft ergab, dass sich das Gel\u00e4nde f\u00fcr den Bau eines Schie\u00dfstandes gut eignet. Der unmittelbar angrenzende Flugplatz sowie der an der Westseite entlangwachsende Wald lie\u00dfen hoffen, dass in absehbarer Zeit nicht mit einer erneuten Verlegung zu rechnen ist. Mit den Pl\u00e4nen war man schnell bei der Hand. Sie wurden vom Architekten Wolfgang Neu\u00df, der ja gerade auf dem Schie\u00dfsportsektor und damit Schie\u00dfstanderfahrung zweifellos sehr gro\u00dfe Kenntnisse hat, in Zusammenarbeit mit dem gebildeten Bauausschuss gefertigt. Bei der Generalversammlung 1968 genehmigten die Mitglieder vorbehaltlos das Vorhaben, und so konnte der Gang um Genehmigungen, Erlaubnis und Geld beginnen. Manche Hoffnung auf Verst\u00e4ndnis und Unterst\u00fctzung wurde da pl\u00f6tzlich zerschlagen, oft sogar von Stellen, denen eigentlich die F\u00f6rderung des Schie\u00dfsportes und damit auch des Schie\u00dfst\u00e4ttenbaues am meisten am Herzen liegen sollte. Auf die Gr\u00fcnde dieser ablehnenden Haltung wollen wir, nachdem fast alles ausgestanden ist, nicht mehr weiter eingehen. Es sei nur gesagt, dass gerade<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">die Zeit zwischen Baubeginn im Herbst 1968 und Fertigstellung im Fr\u00fchjahr 1970 erf\u00fcllt war von Hoffen und Bangen, und die aufkeimende Resignation nur durch eisernen Zusammenhalt der Vorstandschaft und der aktiven Sch\u00fctzen unterdr\u00fcckt werden konnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Sch\u00fctzengesellschaft Offenburg e.V. hat mit dem heutigen Schie\u00dfstand eine Sportanlage, die den Anforderungen der schie\u00dfsportlichen und jagdlichen Disziplinen in Kugel und Schrot reichlich Gen\u00fcge tut. Mehr als 250 Sportsch\u00fctzen und mehr als 800 J\u00e4ger k\u00f6nnen hier regelm\u00e4\u00dfig auf rund 100 Sch\u00fctzenst\u00e4nden ihr Trainingsprogramm absolvieren und ihre Wettk\u00e4mpfe durchf\u00fchren. Dies alles geschieht auf der Basis des hohen Sicherheitsstandards des DSB und der DJV. Im Sch\u00fctzenhaus bietet eine gutgef\u00fchrte Pizzeria die M\u00f6glichkeit eine ausgezeichnete italienische und internationale K\u00fcche zu genie\u00dfen. Eine moderne Kegelanlage steht zu ganz anderer sportlicher Bet\u00e4tigung bereit. Ein Festplatz vor der Kurzwaffenanlage und das \u201eOSM Erwin Geiler Pullhaus\u201d laden zum geselligen Verweilen und zur Gestaltung froher Feste ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit mehr als 40 Jahren wird die Freundschaft mit der Soci\u00e9t\u00e9 de Tir du Jura gepflegt. Kurzum bietet die SGO heute ein breitfl\u00e4chiges Freizeitangebot f\u00fcr J\u00e4ger und Sportsch\u00fctzen aller Altersklassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus der Fr\u00fchgeschichte der Offenburger Sch\u00fctzengesellschaft Die Gr\u00fcndung der Sch\u00fctzengilde, \u2013 so hie\u00df sie in fr\u00fcheren Jahrhunderten \u2013 f\u00e4llt in die Zeit zwischen 1400 und 1450. 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